Happy 6th Birthday, Du Clown

Unerschütterlich von der Richtigkeit und der Notwendigkeit Deines Tuns überzeugt, stehst Du, die stummen Zeugen Deiner Leidenschaft für die Dekonstruktion von Brötchentüten, Eierkartons, Weihnachtspapier und anderen Holzerzeugnissen zu Deinen Füssen. Eine Lefze eingeklemmt, den Kopf mal zu der einen, mal zur anderen Seite geneigt den menschlichen Belehrungen und Rügen lauschend, voller Unverständnis. Da liegt Dein Mitbewohner schon unschuldig unbeteiligt, gekrümmt rücklings im Körbchen. Im Versuch sich unsichtbar für menschlichen Unmut zu machen, der ihm gar nicht gilt.

Nie würdest Du Dich fiepend vor eine Tür setzen. Quietschen ist nur für die wichtigen Anlässe. Arbeit, die nicht schnell genug verrichtet werden kann oder Tennisbälle, deren Anwesenheit im gleichen Gebäude Deinem inneren Hochleistungsscanner nie verborgen bleibt und nicht zuletzt plüschiges Spielzeug. Bevorzugt das von anderen. Wenn Du raus willst – und raus ist in jedem Fall verbunden mit dem Verlassen des Grundstücks, denn in Deiner Welt sind nur fremde Bäume zur Entsorgung zugelassen – dann stellst Du Dich vor uns hin und starrst uns an. Mucksmäuschenstill. Bewegungslos. Das machst Du auch, wenn Du etwas haben willst, was auf dem Schrank liegt, unter das Sofa geraten ist oder in der linken Schublade der Flurkommode von allen anderen vergessen seit Monaten vor sich hinschlummert. DU hast das nicht vergessen. Das ist zugegebenermaßen nicht ganz einfach aber Du hast uns in den letzten sechs Jahren in dieser Hinsicht ganz gut trainiert.

Wenn Deine Impulse Dich übermannen und Du ansatzlos mitten auf den Tisch katapultiert wirst, ist Dein eigener Blick unübertroffen. Voller Verwirrtheit, als wüsstest Du gerade selbst nicht, wie Du da eben hingekommen bist. Nur, weil „THE EVIL“ draußen vorbeigeht – ein älterer, unkomplizierter Schapendoes mit einem zugegebenermaßen ziemlich dämlichen Herrchen und einer in Deinen Augen vollkommen inakzeptablen Frisur. Ein Tier, dessen Anfang und Ende, Vorne und Hinten nicht zu identifizieren ist – das geht nicht. Und da wird mit Dir auch nicht diskutiert.

Das Du Dich in Deiner gelegentlichen Unsicherheit anderen Hunden gegenüber, die in ihrer Kommunikation nicht eindeutig sind für Dich, auf das Urteil und die Empfehlungen des Wikingers verlässt, ist nicht immer die beste Idee. Da gibt es kulturelle Unterschiede. Und Übersetzungsfehler. Und Plündern und Brandschatzen ist generell nicht sehr etabliert in unserem Kulturkreis. Lass Dir da nichts anderes einreden und wenn Yllaan auf die Nase will, dann lass ihn das selber austragen.

Kinder dagegen können gar nicht kompliziert genug sein, Du liebst sie alle. Innig. Und Du verstehst sie auf Anhieb. Oft sind ihre Ziele von Deinen nicht so weit entfernt. Deine Antennen sind unfassbar fein, sie erspüren instinktiv die Besonderheit, die ein Kind mitbringt. Und wenn Du rappeliges Etwas Dich an den Erfinder der aufgedrehten Hyperaktivität kuschelst und alles runterkommt und friedlich wird und ruhig – das hätte sich Disney auch nicht schöner für einen Weihnachtsfilm ausdenken können.

Heute wirst Du sechs. Und wir können es als sicher ansehen, dass Du für ein Erwachsenendasein nicht vorgesehen bist. Jedenfalls nicht im Kopf. Vom Tag Deines Einzugs an warst Du eine Herausforderung. Inzwischen wissen wir, welche dunklen Mächte wann am Werke sind und helfen Dir, so gut wir können, Deine inneren Zwänge in Schach zu halten. Das entspannt. Und unterhaltsam ist es ja auch. Meistens. Sogar, wenn Du so unerschütterlich mit Lefzenklemmer im Altpapierschrott stehst. Natürlich nur wegen des Klemmers 😉

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