Yllåån besteht die JP/R

Nach dem erfolgreichen Feststellen der Schussfestigkeit kam als erste Aufgabe die Haarwildschleppe. Im Ausarbeiten der Schleppe war Yllåån gut und schnell unterwegs, hat sich einmal kurz ablenken lassen (auf der Wiese, auf der die Schleppe für ihn gezogen wurde hatten, als wir ankamen noch Rehe gestanden. und zu den eigentlich vorgeschriebenen 80m zwischen den Schleppen sag ich mal lieber nix ) . Am Kaninchen angekommen, hat er seine Denkpause eingelegt und ich habe beobachten können, dass er vom Kaninchen zum Schleppenzieher, der da an einem Baum stand, immer hin und her geschaut hat – nach dem Motto geht es um den Typen oder um den Hasen? Wir haben unseren Schwerpunkt in der Rettungshundeausbildung und haben vorher nicht oft Schleppen geübt. Das Thema Mensch vs. Kaninchen ist an der Stelle noch nicht gefestigt. Also habe ich mich daran gemacht von meiner Position aus motivierend auf ihn einzuwirken, damit er sich für das Kaninchen entscheidet. Und habe von der Richterin einen Anpfiff kassiert, der sich echt gewaschen hatte. Ich dürfe nicht helfen. Yllåån hatte sich inzwischen von selbst für das Kaninchen entschieden und war auf dem Rückweg. Ich wusste nicht mehr, was darf ich und was darf ich nicht und hab nix mehr gemacht. Meine Prüfungsangst war danach für den Rest des Tages dann auch nicht mehr unter Kontrolle zu bringen. Woraufhin er erstmal anhielt und mich aus sicherer Distanz beobachtete (wie ist die denn plötzlich drauf?), kam dann aber.

Während die nächsten Hunde nacheinander ihre jeweiligen Schleppen erfolgreich absolvierten, machten die Wartenden Witze über die anstehende zweite Aufgabe, die Markierung und den dafür von der Richterin avisierten Ort. Die ganze Karawane zog weiter und stoppte an einem Rapsfeld. Nur, sie hatte gar keinen Witz gemacht und die Gesichter aller verloren spontan sämtliche Spannung. Der Raps stand am Freitag schon gut 60cm hoch, vereinzelt blühten auch schon erste Pflanzen. Raps stinkt erbärmlich, es gibt weit und breit nichts, woran der Blick sich orientieren könnte, das Feld sieht auf seiner ganzen Länge und Breite gleich aus. Und ein Toller ist ja bekanntlich kleiner als ein Chessie, Labbi oder Golden… Yllåån sass neben mir im Raps und sah praktisch nichts. Ein Blässhuhn wird beschossen, ich schicke Yllåån, der etwa 2m von der Fallstelle entfernt ankommt, nichts findet und anfängt zu suchen. Kommt aber mit der Nase nicht über den Raps und arbeitet sich also springend durchs Feld, bekommt keine Witterung und arbeitet sich erfolglos ab. Ich bin dann hingegangen, hab mit ihm zusammen das Huhn gesucht, eingesteckt und die Prüfung für uns als Verlust verbucht. Was war ich wütend. Auf mich, auf das dämliche Rapsfeld, die Richterin auf überhaupt alles. Im ersten Moment wäre ich am liebsten direkt heimgefahren. Bei der Markierung durchzufallen wäre mir vorher niemals in den Kopf gekommen.

Überraschend kam am Ende als alle Hunde durch waren, einer der Richter noch einmal zu mir, sie würden Yllåån gerne nochmal sehen. Wir also wieder rein ins Feld. Er sitzt am Bein, eine fette Ente wird beschossen. Ich schicke – und er markiert auf den Punkt und bringt das Federvieh. Hinter uns spontan Applaus und Gejohle, wir waren wieder im Rennen. Und meine Nerven praktisch nicht mehr existent.

Dann kam die Freiverlorensuche. Da hat er es dann auch nochmal sehr spannend gemacht. Er war wirklich völlig platt, hatte ganz offenbar zwischendrin auch einfach mal keinen Bock mehr und hat mich eine ganze Weile auf das zweite Stück warten und hoffen lassen.

Letzte Aufgabe dann die Markierung am Wasser. Da hat er dann, genau wie für Arbeitsfreude, Stand- und Arbeitsruhe, Führigkeit ein verdientes „sehr gut“ bekommen. Steiler Einstieg, Ente wird beschossen, zack rein, schwimmen, greifen, zurückschwimmen, raus, fertig. Los, wirf sie nochmal rein, endlich macht´s Spass

Alle sieben Teams bestanden. Und ich werde mir noch ein paar Prüfungen in den Kalender schreiben müssen, damit ich wenn´s an die Rettungshundeprüfung geht, abgebrühter bin.